Fahrradtour 2010 - 208 Kilometer!
Auch dieses Jahr haben wir uns zu unserer Damenfahrt mit Fahrräder bewaffnet und sind mit Deutschlandtrikots und viel Vorfreude in dieses WE gefahren! 
Es ging schon "gut" los, als Bienchen ihr Fahrrad aus "dem Stall" holte , um zu bemerken, dass das Rad platt war! Abends vorher noch hatte sie alles aufgepumpt, und nachts machte sie sich auch etwas Sorgen um das Hinterrad, welches ziemlich viel Luft verloren hatte! Mit großer Freude sah sie morgens, dass das Hinterrad immer noch aufgepumpt war, um darauf festzustellen, dass vorne platt ist ..... nach dem Motto "nützt ja nix" fuhr sie schnell Heim, um das Rad von dem lieben Ehegatten Henning zu holen!"Danke Henning"... Natürlich war das Ergebnis ne halbe Stunde Verspätung....aber nun gut! In der Zwischenzeit fiel unserer Organisatorin Anke auf der Autobahn ein, dass es recht sinnvoll sei, die Handtasche incl. Fahrkarten und Routenplan auch mitzunehmen.... und fuhr nochmals Heim, um die Tasche zu holen ....Ungefähr zeitgleich verspätet, trudelten die Damen dann ein, um sich bei Ulli erstmal n Kaffee und Sekt abzuholen!
Mit einem Affenzahn sind wir dann nach Rotenburg gedüst, um ja nicht den Zug zu verpassen... in 50 Minuten hatten wir die 17,8 km geschafft, und hatten noch ne erholsame halbe Stunde am Bahnhof! Organisiert und routiniert wie wir sind, haben wir uns verständigt, wer dafür zuständig ist die Räder in den Zug zu schaffen, und wer alle Taschen übernimmt ! Bienchen und ich waren im Zug für die Räder zuständig, während Corinna, Anke und Heike die Taschen reinschafften, holten Ulli, Andrea, Anja und auch wieder Heike die Räder vom Gleis...es fehlte nur noch Corinnas Rad, als der Zug los rollte....es waren erst ca. 90 Sekunden vergangen, als die blöde Schaffnerin das Zeichen gab, und Anja, Andrea und Heike sammt Corinnas Rad einfach am Bahnsteig stehen lässt... Alle waren fassungslos , kurz davor die Notbremse zu ziehen, aber niemand war in der Lage, wirksam zu reagieren!...Tatsächlich haben die Leute vom Metronom überhaupt nicht geguckt , völlig egal was auf dem Bahnsteig abging (Schreie, Rufe , Winken ), die sind einfach losgefahren! Ich glaube, es hätte ein Kind auf den Gleisen liegen können, die hätten nix bemerkt .... Frechheit!!
Nachdem wir uns abgeregt und telefoniert hatten (Gott sei Dank hatten Anja und Heike Telefon "am Mann", alles andere war in den Taschen bei uns im Zug), mussten wir uns damit abfinden, dass die drei "Abtrünningen" erst eine Stunde später nachreisen konnten...
Angekommen und glücklich waren wir auf dem Weg raus aus Hamburg, als Bienchens (bzw. Hennings) Kette sich verhedderte, und nicht mehr wollte! Anja und Heike kriegten das wieder hin, nach ner Runde von Heikes' Schnaps gings weiter ! Der Plan war, möglichst schnell zum Fernseher zu kommen, der für uns in Wedel reserviert war, um dort nebst Mittagessen das Spiel Deutschland - Serbien zu verfolgen! Blöderweise fing es gleich nach der schönen Speicherstadt und Fischmarkt an zu regnen, und wir mussten in unsere Regensachen! Natürlich haben wir es mit einer Stunde Verspätung und bei diesen Konditionen nicht bis nach Wedel geschafft, und ich habe das Universum nach einen Fernseher angefleht (mitten im Wald, irgendwo an der Elbe...) und bums, just nach soner netten Begegnung mit einem deutschen Sympathieträger(.... ) tat sich vor uns eine kleine Taverne auf, mit Pavillion vor dem Kabuff und FERNSEHER...!!! Wie geil dachte ich, und freute mich nun zu trocknen und natürlich auf das Spiel....und dann sowas.. ....(Wieso nimmt der Podolski sich den Ball, wenn man vorher 4 100 %ige Dinger verballert hat??? ) ... Dazu fällt mir noch "Einwechseljogger" und "wer ist Marin?" ein.... man soll ja immer dankbar sein ... ...und außerdem bin ich ja immer ein positiv denkender Mensch...
Nunja, nach dem Spiel sind wir mit dem Motto "kann ja nur besser werden" weiter gefahren! Es wurde ehrlich gestanden nicht so viel besser , der Weg längs die Elbe hoch Richtung Norden ist wunderschön, aber windig bis Tokio! Nun was es zwar trocken, aber wir haben uns mit ner Wahnsinnsgeschwindigkeit von 11 km frontal gegen den Wind gekämpft, und die Schafe und Tore taten ihr übriges ... "nech Bienchen?"
Wir hatten noch 30 von 80 km vor uns, und ca bei km 60 sagte Bienchens Kette "Tschüss" .... Wie der Himmel es wollte, waren wir recht nah an einer Fahrradscheune, mit sehr netten Inhabern! Die Leute dort waren super freundlich (nochmals vielen Dank dafür)!! Der Ehegatte ist extra noch mit dem Auto los, um von einem Kollegen die richtige Kette zu holen etc !!( @ Bienchen: wir hätten uns gleich zum Hotel und an den Tresen fahren lassen sollen... ) . Nachdem die neue Kette wieder drauf war, war Bienchen super glücklich und 50 Euro los....OK, Wir fahren Dank eines Tipps von der besagten Familie direkt nach Elmshorn um anstatt 80 km nur 74 auf die Uhr zu bekommen! Mir langte es längst, und Bienchens (Hennings) Fahhrrad auch! 200 Meter vor unserem Hotel versagte auch die neue Kette ihren Dienst, und bei Bienchen ging nix mehr! Alle geminsam haben wir dann den Rest geschoben, und uns ne Stunde unter die Duschen gestellt, um unsere Körper wiederzubeleben nach Wind, Kälte, und Regen....
Abends gab es lecker Essen (das Hotel war super!!! ) , und alles war wieder hübsch! Allerdings war ich nicht mal mehr in der Lage zu viel Alkohol zu trinken , ( oder zu viel zu erzählen, wie es ja sonst auch nie meine Art ist ) da ich fast mit dem Kopf auf die Tischpaltte geknallt wäre, vor Müdigkeit ....Weil ich sowieso am nächsten Tag noch eine mir sehr wichtige Geburtstagsfeier auf dem Zettel hatte, und mich nach der Tagesfahrt abholen lassen wollte, hatte ich beschlossen Bienchen mein Rad zu geben, um selber früher nach Hause zu fahren! Ehrlich gestanden war das kein großes Opfer, ich konnte sowie nicht wirklich schmerzfei gehen, nach dem Ritt vom Vortag!
Was ich noch weiß ist, dass die Mädels am nächsten Tag viel Spaß incl. einer Fahrt mit der Fähre hatten....
So, den Rest muss Euch Ulli erzählen:
(Wer hat die Hochzeit von Victoria und Daniel aufgenommen??? Ulli und Corinna würden sich sicher über eine DVD sehr freuen )
Vielen Dank an Anke, für Deine Mühe!!!
Liebe Grüsse an alle aus Achim
von Birte
..
So , nun weiter von Ulli:
..2. u. 3. Tag vom Fahrradwochenende in der Schafskälte:
Kurze Anmerkung zu Birtes Bericht:
Es ist selbstverständlich keine Tour der I. u. II. Damen, es waren alle dazu eingeladen worden!
Da Birte uns fröhlich winkend vor dem Hotel "Drei Kronen" (passend zur Schwedenhochzeit ) verabschiedete, um sich ausgiebig den Elmshorner Mode-Boutiquen zu widmen, nicht ohne vorher noch einmal das Kopfkissen aufzusuchen, radelten wir nun zu siebt aus Elmshorn heraus. Bienchen dankbar mit Birtes Rad! Das Deutschland-Trikot nebst -Girlande (tausend Dank liebe Anja!) ließen wir mit zweifelnden Blicken in die Gepäcktaschen wandern. Ich haderte noch immer mit mir, ob es denn nun daran lag, dass unser Tag schon so ziemlich ... begonnen hatte, war es Gedankenübertragung bis nach Südafrika hin? Mag die Niederlage der Deutschen daran gelegen haben, dass ich irgendwann am ersten Tag den Spruch im Sinn hatte und die ganze Fahrt über nicht wieder los wurde: Eine Stimme sprach zu mir: "Lächle und sei froh, es könnte noch schlimmer sein. Ich lächelte und war froh.... und es kam noch schlimmer.... aber ich lächelte und war froh."
Wer sagt es denn: Der nächste Tag lief wie geschmiert ! Die Räder drehten sich ohne zu mucken. Allein Heikes immer währendes "Sattel-Ietsch-up" war zu hören! Wir selbst hatten uns nun an den heftigen Gegenwind gewöhnt, an die ständige "RegenjackenundHosenanundauszieherei", an schmerzende Knie, Achillissehnen und wunde Popos! Die Räder fuhren Richtung Glückstadt, wir kamen doch tatsächlich ohne irgendwelche Pannen, blöde Zwischenfälle oder sonstige Schwierigkeiten auf die Fähre und ließen uns über die Elbe nach Wischhafen schaukeln. Von dort radelten wir durch's Alte Land Richtung Stade, Mittagspause in einem italienischen Eiscafé, das von einem fröhlich lächelnden Holländer betrieben wurde, da Holland juste gegen Japan 1:0 gewonnen hatte, aber wen interessiert am Tag der Schwedenhochzeit schon holländischer Fußball??? Nach 61 Kilometern hatten wir unser heutiges Etappenziel erreicht! Ihr mögt es nicht glauben, der Name des Hotels "Schwedenkrone" !
Bienchens Freundin Andrea hatte sich noch für eine Nacht angekündigt, so dass ich das Feld bei Bienchen dafür räumen musste. Corinna war so nett, mich bei sich aufzunehmen, Danke dafür! Erstmals durfte ich in dieser Nacht in einem Wasserbett nächtigen! Was für ein Erlebnis für's Ulli aus Holtum! Kaum war die Zimmerverteilung geregelt, Glotze an, rauf aufs wiegende Wasserbett und den Rest der Schwedenhochzeit reingezogen, wofür wir das Gespött einiger "Mitreisender" zu ertragen hatten! Aber egal, Bienchen, Corinna und ich waren dankbar dafür, dass wir es zumindest noch geschafft hatten, die Zusammenfassung anzusehen! "Blumen-Andrea" erschien - mit Auto vor der Tür - mit den Worten "Man, bin ich von der anstrengenden Fahrt kaputt" - was soll man da als fast Radprofi noch erwidern?
Nach dem mexikanischen Abendessen und einigen Tequillas ließen wir uns mit dem Taxi in die Innenstadt zum Altstadtfest kutschieren! Die Band "Showmaniaxx" begeisterte uns, und der gut bestückte strippende Sänger oder Kommödiant bleibt uns sicherlich in Erinnerung: von Joe Cokker über Peter Maffay bis hin zu Hans Albers, einfach köstlich ! Da am nächsten Morgen pünktlich um 8.45 Uhr gestartet werden sollte, kannte das Orga-Team um Mitternacht keine Gnade und wir mussten in die Betten - jedoch nicht ohne noch einmal über die wunderschöne Braut Victoria zu quatschen- und Sabine musste nun doch noch die Belastung des Wasserbettes austesten!
Den dritten Tag kann man mit dem Motto beginnen: Nix ist für immer! Oder mein Leitspruch:
"Lächle und sei froh, es könnte noch schlimmer sein. Ich lächelte und war froh.... und es kam noch schlimmer.... aber ich lächelte und war froh."
Das Frühstück war so lala, Bienchen ziemlich still, "Blumen-Andrea" zog es vor, im Bett zu bleiben, alle anderen freuten sich, dass es an diesem Morgen wenigstens nicht regnete! Außerdem ein weiteres "Highlight": "Blumen-Andrea" nahm unser überflüssiges Gepäck schon mal mit in die Heimat, so dass wir nur noch unsere Regensachen im Schleppnetz hatten, schon eine Erleichterung!
Die Vorgabe für den letzten Tag: 80 km und den Zug um 14.30 Uhr in Harburg erreichen:
Los ging's! Andrea bei der Abfahrt gewunken und , wer sagt es denn: Rückenwind, super Radwege und vorerst wenig Regen! Wir konnten die wunderschönen Fachwerkhäuser im Alten Land bewundern, die Obstplantagen mit nicht enden wollenden Baumreihen! Hätte die Sonne sich noch blicken lassen, wäre es kaum zum Aushalten gewesen, so schön! Die erste Pause gönnten wir uns nach gefahrenen 40 km in Neugraben.
Gestärkt und zufrieden starteten wir dann zur vorletzten Etappe, die die Regenwolken mitbrachte, aber mittlerweile sind wir abgehärtet! Wir kamen sehr pünktlich am Harburger Bahnhof an, hatten sogar noch Zeit, uns in der Bahnhofshalle am Computer Birtes Bericht lachend durchzulesen und ihr ne SMS zu senden, dass sie ihn mal wieder auf den Punkt treffend und mit viel Liebe zum Detail zusammengedichtet hatte!
Nun komme ich dann mal wieder zu meinem Spruch: "Lächle und sei froh, es könnte noch schlimmer sein. Ich lächelte und war froh.... und es kam noch schlimmer.... aber ich lächelte und war froh.", denn:
Wir begaben uns zum Fahrstuhl, fuhren runter zum Gleis 3, hatten noch Zeit, stellten uns dort auf, wo der Fahrradwaggon lt. Zeichnung zu stehen hatte, der Metronom sollte 14.37 Uhr einrollen. Genau um 14.37 Uhr kam über Lautsprecher die Mitteilung, dass der sh.. Metronom wegen Gleisdefekte mit 5 Minuten Verspätung auf Gleis 2 einrollt. Die Menschenmassen kamen in Bewegung , wir mit den Rädern suchten ebenfalls den Zugang zu Gleis 2. Fahrstuhl oder Treppe? Fahrstuhl dauerte zu lange, da nur 1 bzw. 2 Räder hineinpassten; also Treppe, nicht so einfach mit Packtasche. Ich hatte Glück, ein netter älterer Herr war mir behilflich; Danke unbekannterweise dafür! Treppab, treppauf an Gleis 2 angekommen, dort hielt bereits ein Zug, stand jedoch Ri.Hamburg dran. Ich suchte meine Mädels: Bienchen, Heike, Anja, Corinna. Wo waren Anke und Andrea? Gott sei Dank kam Anke um die Ecke, sie war mit Andrea Fahrstuhl gefahren, hatten sich dabei jedoch aus den Augen verloren...! Ich rief, so laut ich konnte: "ANDREA" - keine Antwort. Der Zug gen Hamburg fuhr ab - mit Andrea nebst Fahrrad drin, denn die hatte gedacht, dass das der Zug Richtung Bremen war! - Wie gesagt: und es kam schlimmer! Handys raus , Kontakt gehalten. Andrea in Hamburg wieder raus und in den nächsten Metronom Richtung Bremen.
Man kann echt die Organisation der Fa. Metronom empfehlen: Da steht der ganze Bahnsteig voll, Radfahrtouristen etc., Leute mit Gepäck usw. ! Hätten wir unser ganzes Gepäck am Rad gehabt, hätten wir alle dem Zug hinterhergewunken, denn niemand hätte es bei einer solch kurzfristigen Ansage so schnell von Gleis 3 zu Gleis 2 mit Rad u. 2 Packtaschen geschafft!
Es hätte nur noch gefehlt, dass die "nette Zugbegleiterin Fr. B. der Firma Metro.." mit uns gen Heimat gefahren wäre. Das wäre niemals gut gegangen . So bleibt uns nur noch, in dieser Woche mal ein nettes Schreiben mit "Verbesserungsvorschlägen" aufzusetzen.
Wenn jemand eine Reise tut, dann kann er was erzählen... !
Das war's denn aber auch: Mit einer Stunde Verspätung kamen wir dann alle zusammen im Stubencafé Jacobs in Holtum an, wo man uns mit Kaffee, Kuchen und Sekt in Empfang genommen hat.
Wie gesagt:
"Lächle und sei froh, es könnte noch schlimmer sein. Ich lächelte und war froh.... und es kam noch schlimmer.... aber ich lächelte und war froh."
Trotzdem danken wir dem diesjährigen Orga-Team Anke und Anja, die nix für diese ganze Misere konnten und sich dennoch viel von uns anhören mussten! Sorry dafür, aber ... das waren einfach die Umstände! Gut ist nur, dass man sich in solch extremen Situationen aufeinander verlassen kann und kein böses Wort zwischen uns allen gefallen ist! Das zeigt doch, welch ein starker Zusammenhalt in all den Jahren zwischen uns besteht!
Zensierte Bilder folgen alsbald!
-ulli-
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